Englische Versicherungsformen erfreuen sich auch in Deutschland wachsender Beliebtheit. Insbesondere im Segment der Lebensversicherungen ist die Nachfrage stark angestiegen, denn englische Lebensversicherungen erwirtschaften im Vergleich zu deutschen Produkten höhere Renditen.
Zu den Gründen der höheren Gewinnchancen gehört die Tatsache, dass englische Lebensversicherungen bevorzugt das Kapital ihrer Versicherten in Aktien investieren.
Bei steigenden Kursen können Sie sich als Versicherungsnehmer über einen Wertzuwachs freuen, während in schwachen Zeiten kaum höhere Erträge als bei deutschen Versicherern zu erwarten sind. Somit bezeichnen viele Anleger englische Versicherungen als Aktienversicherungen. Deutsche Versicherungsunternehmen dürfen jedoch nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz in spekulative Papiere anlegen, um Kunden vor hohen Verlusten zu schützen.
Englische Lebensversicherungen stellen durch Investitionen in Aktien grundsätzlich höhere Leistungen zur Verfügung und im Rahmen des europäischen Versicherungsmarktes dürfen auch Bürger außerhalb der Landesgrenzen Großbritanniens diese Variante nutzen.
Die spezielle Kapitalanlagepolitik, die auf der Renditeerwartung aus Aktien basiert, trägt somit in der Regel zu höheren Leistungen bei. Deutsche kapitalbildende Lebensversicherungen gehen meist mit hohen Ablaufleistungsgarantien an den Markt und nachdem seit 2008 Rückkaufswerte von Lebensversicherungen, auch englischen, garantiert werden müssen, liegt die Differenz zwischen englischen und kontinentalen Versicherern noch weiter auseinander, denn britische Versicherer sehen nur geringe Garantien vor.
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Da englische Lebensversicherungen geringere Ablaufgarantien als deutsche Versicherer gewähren und Rückkaufswerte meist gar nicht berücksichtigt werden, können britische Lebensversicherer anders kalkulieren und von einem höheren Maß an Flexibilität bezüglich ihrer Kapitalanlagen profitieren.
Umso stärker legen diese Versicherungen in Papiere an, die hohe Schwankungsbreiten aufweisen wie Aktien. Jedoch gilt hierbei eine maximale Grenze von bis zu 35 Prozent vom gesamten Kapitalvolumen. Diese spezielle Anlagepolitik ermöglicht, verhältnismäßig hohe Renditen zu erzielen, die in der Regel im Rahmen einer Überschussbeteiligung den Versicherten zugutekommt. Der Erfolg dieser Anlagestrategie erweist sich bei kurzen Laufzeiten und unter einer positiven Aktienkonjunktur als ertragreich.
Bei langfristigen Verträgen können sich positive Kursschwankungen wieder relativieren, sodass es letztendlich auf die gesamte Rendite am Laufzeitende ankommt.
Das EU-Recht legt fest, dass auch englische Versicherer ihren Kunden vor dem Abschluss eines Vertrags die Details hinsichtlich der Anlagestrategie nennen müssen. Dazu gehören Versicherungsbedingungen, Anlageverfahren und das Aufklären über mögliche Verlustrisiken. Auf der Grundlage von Wachstumsszenarien und Modellrechnungen wie auch fiktiven Wertentwicklungen soll der Versicherte ein Bild von den möglichen Erträgen bekommen.
Mit in die Leistungen der englischen Lebensversicherung müssen auch die Abschlusskosten einfließen, die nicht zum Beginn der Versicherungszeit gezahlt werden, sondern sich über mehrere Jahre verteilen.