Das Kreditwesen ist im Grunde ganz eng mit der Menschheitsgeschichte verbunden.
Lange Zeit war es überhaupt nur den Juden erlaubt, Geld zu verleihen, und sie durften das auch nicht innerhalb ihrer eigenen Religionsgruppe. Aber bereits seit dem frühen Mittelalter haben sich die Adelsgeschlechter dies zum Vorteil genommen und Gelder geliehen, um ihre Kriege zu finanzieren. Natürlich mussten auch in der Frühgeschichte des Kreditwesens die Schulden wieder getilgt werden. In der Regel wurden die Mittel dafür aus Steuereinnahmen oder aus Eroberungen gedeckt.
Aber nicht nur in den Fürstenhäusern war es üblich, auf Kredit zu leben. Bauern waren damals gezwungen, Kredite bei ihren Herren aufzunehmen, die ihnen in Form von Saatgut ausgehändigt wurden.
Die Rückzahlung erfolgte dann über einen Teil der daraus erwirtschafteten Ernten. Viele Bauern verloren damals bei Missernten ihre Höfe
und damit ihre Existenzgrundlage. Eine besondere Form der Geldkredite entstand unter den Kaufleuten im Mittelalter. Damit sie bei ihren
Reisen nicht zu viel Bargeld mit sich führen mussten, hinterlegten sie einen bestimmten Betrag bei ihrem Bankier und ließen sich darüber
einen Kreditbrief ausfertigen. Bei Bedarf konnten sie sich jederzeit Bargeld bis zur Höhe der im Kreditbrief angegebenen Summe auszahlen
lassen.
Diese Regelung können Sie in etwa mit den heutigen Reiseschecks vergleichen.
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Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Nachfrage nach Finanzierungen so groß, dass Privatbanken, wie sie bis dahin üblich waren, nicht mehr ausreichten.
Aus den damaligen Handwerkerbanken sind zum Beispiel die heute noch bekannten Volksbanken entstanden. Die ersten Vorläufer der heutigen
Sparkassen gab es bereits Mitte des 18. Jahrhunderts. Eine besonders hohe Bedeutung kam dem Bankwesen in der Nachkriegszeit zu.
Für den Wiederaufbau in Deutschland wurden erhebliche finanzielle Mittel benötigt.
Aber auch im täglichen Leben und zu Beginn des
Wirtschaftswachstums war plötzlich ein erhöhter Kreditbedarf gegeben. Etwa ab Mitte der 50er Jahre wurden sogenannte Konsumkredite angeboten,
die für Anschaffungen, Urlaubsreisen und vieles mehr verwendet wurden.
Ein sofort bei Vertragsabschluss festgelegter Tilgungsplan regelte die Rückzahlung, die bei den ersten Konsumkrediten innerhalb von 72 Monaten abgeschlossen sein musste.
Selbstverständlich war damals wie heute eine gute Bonität des Kreditnehmers notwendig.
Ende der 60er Jahre wurden der bargeldlose
Zahlungsverkehr und damit auch das Girokonto eingeführt. Damit war die Möglichkeit eines sogenannten Dispositionskredits gegeben.
Diese Möglichkeit hat sich bewährt, denn auch Sie können bei regelmäßigen Zahlungseingängen innerhalb eines bestimmten Dispositionsrahmens
Ihr Girokonto kurzfristig überziehen, um einen finanziellen Mehrbedarf auszugleichen. Die Möglichkeiten der Kreditvergabe zeigen heute
sehr unterschiedliche Formen. Ratenkredite, Baufinanzierungen und Abrufkredite sind nur einige davon.