Nach einer parlamentarischen Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen bestätigt sich in konkreten Zahlen, was Millionen von Verbrauchern in den letzten Jahren im eigenen Portmonee deutlich zu spüren bekommen haben: Das Beziehen von Energie hat sich in Deutschland erheblich verteuert. Im sogenannten Zehnjahresvergleich sind die Kosten für Strom und Heizenergie für einen Durchschnittshaushalt um 40 Prozent angestiegen, zwischen den Jahren 2002 und 2010 ergab sich ein konkreter Preisanstieg von 1.131 Euro auf 1.561 Euro, der in den Folgejahren noch höher ausfallen dürfte. Schon vor vier Jahren war es jeder sechste Haushalt, der mehr als zehn Prozent des vorhandenen Nettoeinkommens in den Bereich Energie investieren musste, die Zahlen dürften in den vergangenen Jahren nicht gesunken sein.
Grünen warnen vor wachsender Verbraucherbelastung
In Folge der Anfrage gingen die Grünen erneut mit der aktuellen Energiepolitik der Bundesregierung ins Gericht, die Unternehmen zahlreicher Branchen von den Ökostrom-Zulagen befreit, aber keine effektiven Schritte gegen die erhebliche Finanzbelastung von Millionen Haushalten in Deutschland unternimmt. In der FDP wird nach Angaben von Spiegel online unterdessen über eine mögliche Abgabe für Ökostromanbieter diskutiert, damit diese einen zusätzlichen Beitrag für den Ausbau der neuen Energienetze leisten, die für die Energiewende in der Bundesrepublik benötigt werden. Auch die Finanzierung von innovativen Speichertechnologien könnte auf Basis einer solchen Sonderabgabe erfolgen, da aktuell die Gewinnung von Ökostrom technisch weniger ein Problem als dessen dauerhafte Speicherung darstellt.