Die rund 300 Sonnentage im verschuldeten Griechenland sollen die industrielle Zukunft des Landes sichern. Energieminister George Papakonstantinou will mit dem staatlichen Solarstromprojekt „Helios“ 60.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und bis zu 15 Milliarden Euro an Staatseinnahmen erzielen. Problematisch nur, dass Griechenland die Energie nicht allein verbrauchen kann und ausreichende Hochspannungsleitungen nicht verfügbar sind - doch Papakonstantinou plant die Umgehung dank "virtueller Exporte".
Die Pläne der Regierung sehen einen physischen Export von vier Fünfteln des Stroms vor, doch der griechische Energieminister geht davon aus, dass rund zehn Prozent der Energie rein statistisch exportiert werden. Grundlage ist eine EU-Verordnung von 2009, die es Griechenland ermöglicht, den erzeugten Strom in Griechenland zu verbrauchen, aber in der Energiebilanz der Käufer zu berücksichtigen. Ziel der EU sei ein einheitlicher europäischer Markt für Energie.
Interesse aus dem Ausland
Sowohl Italien als auch Luxemburg haben Interesse an dem Projekt Griechenlands geäußert. Beide EU-Staaten verfehlen vermutlich die Vorgabe, bis 2020 einen Anteil von 20 Prozent erneuerbaren Energien im Strommix zu schaffen. Die Bundesrepublik lehnt Subventionen für den statistisch importierten Ökostrom ab. EU-Kommissar Günther Oettinger unterstützt das Projekt „Helios“, er setzt sich dafür ein, dass erneuerbare Energien dort erzeugt werden, wo die Kosten am günstigsten sind.
Derzeit befindet sich das Projekt nur in der vagen Planung, doch das griechische Parlament hat einem Gesetz zugestimmt, um öffentliche Flächen für „Helios“ zu nutzen. Das derzeitige Hauptproblem stellt die Finanzierung dar - erste griechische Solarkollektoren sollen ab 2014 mit der Energieerzeugung beginnen.