Q-Cells, eines der wichtigsten deutschen Solarunternehmen und seit Jahren von großen Finanzierungsschwierigkeiten betroffen, hat aktuell durch eine Einigung mit ihren Gläubigern den Grundstein für eine Neuorientierung des Unternehmens gelegt. Nach einer umfassenden Verhandlung mit ihren Gläubigern soll nun der Neuanfang gewagt werden, wobei 95% der Unternehmensanteile in die Hände der Gläubiger übergehen. Nur die verbleibenden fünf Prozent der Anteile würden an die bisherigen Aktionäre gehen, die in den vergangenen Jahren einen Wertverlust ihrer Aktien von 99 Prozent erdulden mussten.
Auch wenn die Entscheidung für wenig Euphorie sorgen dürfte, stellt sie in den Augen vieler immer noch die bessere Alternative gegenüber der Insolvenz des Unternehmens aus Bitterfeld-Wolfen dar, bei welcher nahezu alle Aktionäre komplett leer ausgehen würden.
Genehmigung der Aktionäre steht noch aus
Auch wenn der Durchbruch zwischen Q-Cells und den größten Gläubigern bereits erfolgt ist, steht formal noch das Einverständnis der Aktionäre sowie der öffentlichen Behörden aus. Besitzer sogenannter Wandelanleihen, die ebenfalls noch zustimmen müssten, könnten in den folgenden Jahren mit einer Rückzahlung in einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro rechnen, eine höhere Rückzahlung wird bei einer größeren Liquidität durch Veräußerung einzelner Teile des Unternehmens in Aussicht gestellt. Q-Cells selbst wertet den Schritt als Neuanfang auf einem weltweit umkämpften Markt.