Die beiden deutschen Konzerne RWE sowie E.ON zählen zu den größten des deutschen Energiemarktes, die wirtschaftliche und konzeptionelle Ausrichtung beider Unternehmen war in den vergangenen Jahren vergleichbar. Dies scheint sich nach einer aktuellen Kritik von RWE an E.ON jedoch zu ändern, zukünftig könnten in der Gestaltung der Energietarife und in den inhaltlichen Schwerpunkten der Energieriesen somit Unterschiede eintreten. Konkret geht es um die Ausdehnung der geschäftlichen Tätigkeiten nach Südamerika und Asien, für die sich E.ON aktuell strategisch stark macht.
RWE strebt aktuell weniger nach einer Internationalisierung und möchte eher die inländischen Strukturen effizienter und kostengünstiger nutzen. Auch die Begrenzung der Klimazertifikate, die von E.ON angeregt wird, ist nicht von RWE gewünscht, wobei letzteres in der intensiven Nutzung von Kohlekraftwerken des Energieanbieters begründet liegen dürfte.
Strategische Unterschiede für die Zukunft zu erwarten
In welcher Form Strom und Gas durch die beiden Unternehmen zukünftig angeboten wird, bleibt ebenfalls in der Diskussion und lässt unterschiedliche Taktiken erkennen. Während E.ON durch seine Kooperation mit dem russischen Lieferanten Gazprom seinen Kunden preiswerte Tarife in Aussicht stellt, strebt RWE aktuell eher auf langfristige Lösungen, die keine Abhängigkeit vom russischen Großkonzern mit sich bringen. Auch das Thema Stellenabbau befasst beide Unternehmen und dürfte in den folgenden beiden Jahren einer fünfstelligen Zahl von Erwerbstätigen den Arbeitsplatz kosten. Dies wurde beim aktuellen Halbjahresbericht von RWE noch einmal deutlich gemacht.