Noch vor wenigen Jahren galt die Vision des Stromes aus Spiegelanlagen in der Sahara als revolutionär und wurde als eines der wichtigsten energiepolitischen Projekte rund um den Globus gefeiert. Das ambitionierte Vorhaben geriet dabei nicht nur im Rahmen der finanziellen Turbulenzen Europas in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund - auch die preiswerte Anfertigung von Photovoltaik-Elementen aus China lässt die Zahl der Zweifler groß werden, die eine lukrative Fortführung des Projektes Desertec in Frage stellen.
Alleine am Preis orientiert ist das Beziehen von Solarstrom vom heimischen Dach aus deutlich günstiger als der Aufbau entsprechender großflächiger Anlagen in der Wüste. Da aktuell keinerlei Infrastrukturen gegeben sind, die etwa eine umfassende Stromführung durch das Mittelmeer vorsehen würde, rücken einige Experten daher immer stärker von Desertec ab.
Unerwartete Kostensenkungen sorgen für Siegeszug der Solarenergie
Auch wenn deutsche Unternehmen der Solarbranche unter den massiv sinkenden Preisen für Photovoltaik-Elemente aus Fernost leiden, bleibt Deutschland in der Vorreiterroller beim Aufbau von Solaranlagen im privaten und gewerblichen Bereich. Bereits in wenigen Jahren dürfte der Preis für eine Kilowattstunde Solarstrom unter den Wert von zehn Cent fallen, wie aktuell Energieexperten prognostizieren. Wie sich die Wirtschaft hierzulande positioniert und ob die Produktion im Bereich Solartechnik dabei weiterhin eine Chance hat, bleibt in den nächsten Jahren abzuwarten. Ausschließlich Innovationen und technisches Know-how dürften den Produktions- und Entwicklungsstandort Deutschland in der Solartechnik retten.