Die Schwellenländer ziehen sich vermehrt aus dem Euro zurück - zumindest in puncto Kaufstrategie. Während deren Zentralbanken bis vor kurzem noch bei Abschwächung des Euro in die Gemeinschaftswährung investierten, hat sich dieses Vorgehen radikal geändert: Die Bank of America verzeichnete im Mai einen ungewöhnlich hohen Euro-Verkauf aus asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern.
Veränderte Kaufstrategie führt zu fallenden Euro-Kursen
Der Euro hat im Mai einen der historisch schlechtesten Monate erlebt: Rund 7 Prozent verlor die Währung gegenüber dem US-Dollar - der größte Verlust seit September. Laut Informationen der „Financial Times“ sind an den fallenden Kursen vor allem die Zentralbanken der Schwellenländer beteiligt, die ihre Kaufstrategie verändern und sich wegen der prekären Situation der Euro-Krise und des möglichen Austritts Griechenlands massiv aus dem Euro zurückziehen.
Ziel sei vor allem die Stärkung der eigenen Währung. Im Juni wird keineswegs eine Entspannung der Situation erwartet, vielmehr könnten die Wahlen in Griechenland am 17. Juni für oder gegen einen Verbleib in der Euro-Zone ausschlaggebend sein.
Griechenland reißt Zypern mit
Um die Folgen eines möglichen Griechenland-Austritts abzumildern, planen Kanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Aufnahme Spaniens in den Rettungsschirm EFSF. Zypern könnte sich ebenfalls anschließen, laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ sei der geteilte Inselstaat akut gefährdet und durch Griechenland in Mitleidenschaft gezogen worden. Noch in diesem Monat werde die Regierung offenbar einen Antrag auf Hilfsgelder aus dem Rettungsfonds EFSF stellen.