Das Begleichen kleinerer Geldbeträge mit Münzen wird von vielen Kunden als lästig empfunden und macht das eigene Portemonnaie dauerhaft schwerer. Über eine neue Funktion etablierter Geldkarten könnte es bald möglich werden, auf Münzgeld zu verzichten und kleine Beträge schnell und einfach zu begleichen. Realisiert werden soll dies via Funktechnik, die speziell auf einen in die Geldkarte integrierten Chip ausgelegt ist und es dem Kunden einfach im Vorbeigehen ermöglichen, Beiträge im kleineren Eurobereich ohne Unterschrift oder PIN-Eingabe zu begleichen.
In der Region Hannover läuft aktuell die Pilotphase des Projektes Girogo, bei Erfolg könnte nach Angaben der Sparkassen bereits zum Ende diesen Jahres eine zweistellige Millionenzahl von Bundesbürgern mit entsprechend funktionsfähigen Karten ausgestattet werden.
Neuen Kartenkonzept bringt auch Nachteile mit sich
In Cafeterien, Mensen und kleinen Geschäften dürfte eine erfolgreiche Umsetzung der münzfreien Zahlung eine erhebliche Beschleunigung alltäglicher Prozesse mit sich bringen, Kritiker des neuen Konzeptes warnen jedoch auch vor dessen Nachteilen. Vor allem die fehlende Übersicht über das aktuell noch vorhandene Guthaben könnte sich für viele Haushalte als Problem herausstellen. Während der Überblick über Bargeld im eigenen Portemonnaie leicht fällt, dürfte die Nutzung von Girogo dazu verleiten, zu häufig auf diese Funktion zurückzugreifen.
Zudem wird von allen Seiten auf die hohen Sicherheitsstandards hingewiesen, die neue Karten mit sich bringen müssen. Der reine Kartenverlust würde es Kriminellen schließlich ermöglichen, die Karte ohne Kenntnis der PIN-Nummer immer wieder einzusetzen.