War die wachsende Inflation im Euroraum noch vor einem halben Jahr ein viel diskutiertes Thema, kann die Wirtschaft ebenso wie sämtliche Privathaushalte etwas beruhigter auf die aktuelle Preisentwicklung schauen. Alleine in Deutschland fiel die Teuerungsrate für die wichtigsten Lebensmittel im vierten Monat in Folge und beträgt aktuell 2,0 Prozent. Dieser Wert stellt die Obergrenze der Europäischen Zentralbank dar, um von stabilen Preisen in einer Währung sprechen zu können.
Für das komplette, abgelaufene Jahr 2011 verzeichnet die EZB rückblickend eine Inflationsrate von insgesamt 2,3 Prozent, was zwar einen spürbaren Anstieg in den Verbraucherpreisen darstellt, jedoch nicht die Extremwerte erreicht, die von vielen Politikern und Ökonomen im Laufe des Jahres prophezeit wurden.
Kosten für Energieträger weiterhin der Preistreiber
Wie in den letzten Jahren ist auch aktuell Erdgas und Heizöl der eigentliche Preistreiber in Deutschland und dem Euroraum, in anderen Lebensbereichen, wie z. B. bei elementaren Nahrungsmitteln, konnte hingegen sogar ein Rückgang der Preise beobachtet werden. Alleine auf alltägliche Produkte wie Obst und Gemüse bezogen, sank der Preis für Lebensmittel gegenüber dem Vormonat sogar um 0,4 Prozentpunkte, während es noch im Dezember des letzten Jahres einen leichten Anstieg in dieser Preisfamilie gab.
Der Anstieg für Energiepreise ist in vielen Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr hingegen sogar im zweistelligen Bereich angestiegen und sorgt so kaum für eine wirkliche finanzielle Entlastung in den bundesdeutschen Haushalten.