Die aktuelle Euro- und Schuldenkrise wird in naher Zukunft ihre direkten Auswirkungen auch auf die Realwirtschaft in der Europäischen Union zeigen - diese Meinung vertritt zumindest der Internationale Währungsfonds, der sowohl für die EU wie auch Deutschland eher schlechte Aussichten für die konjunkturelle Entwicklung prognostiziert.
Während noch vor einigen Monaten für das aktuell laufende Jahr ein generelles Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent durch den IWF vorhergesagt wurde, dämpft das Institut nun die Erwartungen und rechnet sogar mit einem leichten Rückgang der Wirtschaft um bis zu 0,5 Prozent. Die Bundesrepublik ist selbst nicht direkt von der Rezession betroffen, allerdings wurden hier die Wachstumsaussichten ebenfalls korrigiert, so dass der IWF für Deutschland nur noch ein minimales Wachstum von 0,3 Prozent zuspricht.
Auch für 2013 keine entscheidende Besserung erwartet
Selbst wenn das Folgejahr nach den Prognosen des IWF eine bessere Entwicklung in Aussicht stellt, bleibt die generelle Erwartungshaltung für die wirtschaftliche Entwicklung eher gedämpft. Deutschland darf demnach zwar 2013 mit einem Anstieg der Wirtschaftskraft um bis zu 1,5 Prozent rechnen, im gesamteuropäischen Raum werden jedoch maximal 0,8 Prozent erreicht, was vor allem der aktuellen wirtschaftlichen Schwäche großer Nationen wie Italien und Spanien zu Schulden ist.
Gerade in Zeiten einer höheren Instabilität der Gemeinschaftswährung sei es dennoch unverzichtbar, neue Anreize für Investitionen zu schaffen und so der voraussichtlich schwächelnden Wirtschaft schnell wieder auf die Beine zu helfen. Auch in Richtung der Bundesrepublik ging daher der Appell des IWF, eine nicht zu strikte Sparpolitik zu betreiben, sondern wirtschaftliche Anreize für einen raschen Aufschwung zu schaffen.