Nach Monaten des Zögerns und fortwährenden Gerüchten über Probleme im Bankensektor nutzt Spanien nun die Hilfe des Europäischen Rettungsfonds aus. Nach einer offiziellen Antragstellung dürfte die Hilfe für das spanische Bankwesen im höheren, zweistelligen Milliardenbereich liegen, was eine weitere Herausforderung für den Rettungsfonds EFSF darstellt.
Auch Deutschland ist erheblich von der Inanspruchnahme der finanziellen Hilfe durch Spanien betroffen, da nach den Statuten des EFSF ein höheres Ausfallrisiko für die anderen Staaten droht, die nicht selbst Hilfen aus dem Fonds in Anspruch nehmen. Da der EFSF ohnehin nur eine provisorische Lösung zur Stabilisierung des Bankensektors darstellen sollte und dauerhaft eine Lösung über den ESM angestrebt wird, machen sich führende Politiker wie Bundesfinanzminister Schäuble dafür stark, Spanien direkt in den ESM hineinzunehmen.
Spanien als vierter Profiteur des Rettungsfonds
Die offizielle Beantragung Spaniens soll Ende Juni erfolgen, zuvor wird die griechische Parlamentswahl abgewartet, die über einen eventuellen Austritt der Südeuropäer aus der Eurozone bestimmen könnte. Unabhängig hiervon wird Spanien nach Griechenland, Portugal und Irland schon die vierte Nation der Europäischen Union, die vom EFSF profitiert, eine Erholung in der gesamten Eurokrise ist auch durch die Entwicklungen der anderen beteiligten Nationen noch nicht abzusehen.
Wichtiger Vorteil im konkreten Fall Spaniens ist, dass lediglich der Bankensektor betroffen ist und sich der Staat nicht für sämtliche Investitionen europäisch verantworten muss. Hierdurch bleiben der Regierung diverse Spielräume, z. B. für neue Förderprojekte, gegeben.