Wer als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung aktuell die elektronische Krankenkarte erhält, wird in vielen Fällen nichts von den technischen Problemen mitbekommen, die sich im Hintergrund bei diesem Kartenmodell ergeben. Fast zwei Millionen der neuen Karten wurden nach Angaben des Kassenverbandes fehlerhaft ausgeliefert und verfügen nicht über die zusätzliche Absicherung mit einer PIN.
Diese wird zwar erst ab dem Jahr 2014 für die einzelnen Mitglieder relevant, dürfte jedoch einen weiteren Schatten auf das System der elektronischen Gesundheitskarte werfen, die seit Jahren intensiv diskutiert wird und in allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen ihre Kritiker besitzen. Andere Nationen wie z. B. die Tschechische Republik sind bereits weiter und haben das System der elektronischen Patientenkarte wieder abgeschafft - Probleme mit dem Datenschutz waren ein wesentlicher Grund hierfür.
Fehler mittlerweile beseitigt
Nach Angaben des Dienstleisters itsc, der mit der Ausstattung der elektronischen Krankenkarten mit einem entsprechenden Sicherungssystem beauftragt ist, wurde der Fehler mittlerweile erkannt und beseitigt, neu ausgelieferte Karten liegen also in einem intakten Zustand vor. Der aktuelle Fehltritt ist Wasser auf die Mühlen vieler Politiker, die im Konzept ohnehin eine unnötige Ansammlung von Patientendaten sehen, die nur in wenigen Fällen wirklich aussagekräftig sein dürfte und wie im aktuellen Fall eher Sicherheitsprobleme mit sich bringt. Zudem startet in den nächsten Tagen ein grundlegender Prozess gegen die elektronische Gesundheitskarte, bei denen ein klagender Patient den individuellen Schutz seiner Gesundheitsdaten verletzt sieht.