Mit den aktuellen Schätzungen durch das Bundesgesundheitsministerium dürfte neuer Schwung in die Diskussion kommen, wie mit den Milliardenrücklagen der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland umgegangen werden dürfte. Die Finanzexperten gehen davon aus, dass im abgelaufenen ersten Quartal 2012 ein Überschuss von mehr als einer Milliarde Euro erzielt wurde.
Grund hierfür ist der geringere Kostenanstieg, der sich in den ersten drei Monaten des Jahres im Gesundheitswesen ergeben hat und somit die gesetzlichen Kassen in einem geringeren Maße als gedacht belastet hat. Ein Kostenanstieg von ca. 3,5 Prozent war dabei weiterhin gegeben, allerdings war im Vorfeld von einer Quote von mehr als vier Prozent ausgegangen.
Umgang mit Rücklagen weiterhin ungeklärt
Auch wenn im Gesundheitsfonds durch saisonale Entwicklungen aktuell ein Defizit von einer knappen Milliarde Euro zu verzeichnen ist, bewegen sich die Rücklagen sämtlicher Krankenkassen in Deutschland weiterhin auf einem Niveau um die 20 Milliarden Euro. Bislang ist immer noch ungeklärt, ob sich sämtliche oder einzelne Krankenkassen für Prämienmodelle entscheiden, um ihren Mitgliedern einen Teil des Überschusses zurückzuzahlen, oder ob dies möglicherweise erst auf Druck der Politik mit einem entsprechenden Gesetz in den nächsten Monaten erfolgt. Noch wird seitens der Regierung eine freiwillige Lösung bevorzugt, diese scheint sich jedoch nach den erheblichen Diskussionen der letzten Wochen weiterhin nicht abzuzeichnen.