Während weiterhin über die Milliardenüberschüsse der gesetzlichen Krankenkassen diskutiert wird, die auch im auslaufenden Jahr 2012 noch einmal steigen und die Grenze von 25 Milliarden Euro durchbrechen dürften, sind zahllose gesetzlich Versicherte zum Verzicht auf medizinisch sinnvolle Leistungen angewiesen.
Nach einer aktuellen Studie von TNS Infratest geben Bundesbürger als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse durchschnittlich 380 Euro pro Jahr für ihre medizinische Versorgung aus. In diesen Betrag fallen Zuzahlungen für Medikamente, die Praxisgebühr sowie die Inanspruchnahme von Leistungen, die nicht mehr zum gesetzlichen Leistungskatalog zählen. Frauen investieren als Kassenpatient mit 440 Euro hierbei mehr als Männer, die im Jahresdurchschnitt 300 Euro bei den verschiedenen Fachärzten lassen.
Unterlassen von Behandlungen aus Kostengründen üblich
Gerade bei Bundesbürgern im niedrigen Einkommenssegment führen die zu leistenden Zuzahlungen dazu, dass sinnvolle Behandlungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden, da schlichtweg das Geld für die Zuzahlungen fehlt. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, dass sich ein großer Teil der gesetzlich Versicherten in der aktuellen Diskussion nicht für eine Rückerstattung von Krankenkassenbeiträgen ausspricht, die sich als Rücklagen in den letzten Jahren angesammelt haben.
Vielmehr wünschen sich immer mehr Bürger eine Ergänzung der vom gesetzlichen Gesundheitssystem gebotenen Leistungen, um so direkt von Zusatzbehandlungen oder geringeren Zuzahlungen für Medikamente von diesen Änderungen zu profitieren. Dies geht zumindest aus einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen hervor, bei der sich nur jeder fünfte Befragte für eine explizite Rückerstattung aussprach.