Sowohl in der gesetzlichen Krankenversicherung wie in den weiteren deutschen Sozialkassen haben sich über die letzte Jahre Überschüsse in Milliardenhöhe angehäuft, eine mögliche Beteiligung der Versicherten ist schon seit Monaten in der Diskussion. Aktuell ergibt sich für die Sozialversicherungsträger ein größeres Problem, da sich kaum sichere Anlagemöglichkeiten auf dem aktuellen Finanzmarkt finden lassen, mit denen der Wert der Überschüsse erhalten oder sogar gesteigert werden kann.
Ähnlich wie die freie Wirtschaft und Privathaushalte ist auch das Vermögen der Sozialkassen von der voranschreitenden Inflation betroffen, die von sämtlichen Bundesbürgern eingezahlten Beiträge in die Kassen schmelzen somit durch den fortwährenden Preisverfall langsam ab. Sichere Anlageprodukte auf den nationalen und internationalen Finanzmärkten bieten allerdings mit einem Prozent Rendite oder einer geringfügig höheren Verzinsung wenige Anreize, um die Inflationsverluste zu kompensieren.
Wachsendes Finanzpolster bei den Sozialversicherungen weiter gegeben
Durch die guten, konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland ist beispielsweise in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Rücklage von ca. 20 Milliarden Euro entstanden, Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahresende sogar 27 Milliarden Euro erreicht werden können. Eine anteilige Rückzahlung an die Millionen von gesetzlich Versicherten in Deutschland, z. B. in Form des Erlasses eines Monatsbeitrags oder einer festen Eurosumme, wird von verschiedenen Seiten aus angeregt, konnte jedoch politisch bislang noch keine Mehrwert finden.
Bis zu einer solchen Entscheidung haben Staat und Bürger daher einen schleichenden Wertverfall der erwirtschafteten Beiträge aller Sozialversicherungsnehmer hinzunehmen.