In der aktuellen Diskussion um die drohende Altersarmut gerät die Zuschussrente der Bundessozialministerin von der Leyen als Lösungsansatz immer stärker in die Kritik. Vor allem die Rentenberechnungen, mit denen die Ministerin vor einer drohenden Verarmung von Millionen Haushalten warnen wollte, sind nach Aussage einiger Experten der Deutschen Rentenversicherung oder des Sozialbeirats nicht korrekt.
Alleine die Grundlage von 35 Jahren für die Berechnung der Rentenzahlung dürfte für zahlreiche Erwerbstätige in Zukunft nicht mehr zutreffen, da das Renteneinstiegsalter sukzessive auf das 67. Lebensjahr erhöht wird und ein größerer, zeitlicher Spielraum zum Erwerb von Rentenanteilen erworben wird. Auch das wachsende Interesse an der betrieblichen und privaten Altersvorsorge wird bei der Berechnung zur Zuschussrente außen vor gelassen, um diese stärker als unerlässliches Mittel zur Bekämpfung der Altersarmut zu präsentieren.
Appelle zum Verzicht auf Zuschussrente häufen sich
Während die Ministerin die von ihr vorgestellten Zahlen verteidigte, raten Politiker der Opposition sowie Gewerkschaften auf den Verzicht dieser Maßnahme. Stattdessen seien andere, sinnvollere Maßnahmen zu treffen, die für die nächsten Jahre das Rentensystem in Deutschland stabilisieren könne. Angesprochen wird hierbei vorrangig der Verzicht auf die Absenkung des Rentenbeitrags, die für 2013 angedacht wird und möglicherweise schon wenige Jahre später größere Lücken in die deutsche Rentenkasse reißen könnte. Allerdings erscheint ein Verzicht auf diese Absenkung mit Blick auf das anstehende Bundestagswahljahr 2013 unwahrscheinlich, um den Bundesbürgern ein kleines Wahlgeschenk zu unterbreiten.