Entgegen der Erwartung mancher Politiker ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im abgelaufenen Monat Juli wieder leicht angestiegen und beträgt aktuell 2,87 Millionen. Der Anstieg gegenüber dem Vormonat liegt bei ca. 65.000 Bundesbürgern, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies immer noch 70.000 Arbeitslose weniger.
Durch die Sommerferienzeit ist ein leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen saisonbedingt nicht unüblich, allerdings spielt dies nichts als einziger Faktor in die aktuelle Entwicklung ein. Stattdessen kommt die Konjunktur auch im Sommer bei weitem nicht mehr so in Schwung wie noch in den letzten beiden Jahren, so dass auch wirtschaftliche Gründe für den leichten Anstieg mit verantwortlich gemacht werden müssen.
Keine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt
Nach Aussagen der Bundesagentur für Arbeit handelt es sich beim aktuellen, leichten Anstieg nicht um eine Trendwende, über das gesamte Jahr 2012 hinweg dürfte mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen Bundesbürgern ein niedriger Wert gegenüber den letzten Kalenderjahren erreicht werden. Auch die Aussichten für die Zukunft sind nicht dramatisch, auch wenn mit einer leichten, konjunkturellen Abkühlung und somit einem sehr gemäßigten Anstieg der Arbeitslosenzahlen langfristig gerechnet wird.
Diese Aussagen werden stets unter der Annahme getroffen, dass die Eurokrise nicht zu unerwarteten Ereignissen führt und die Wirtschaft in der Eurozone komplett mit sich reißt. Würde dies passieren, dürfte es zu einem erheblichen Konjunktureinbruch und einem massiven Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Europa und Deutschland kommen.