Die europäische Einigung sowie die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro wurden von der deutschen Bevölkerung in den letzten Jahren stets kritisch, von einem größeren Teil der Bevölkerung allerdings wohlwollend verfolgt. Nach einer aktuellen, umfassenden Studie des renommierten Instituts TNS Emnid im Juli dieses Jahres zeigt sich jedoch erstmalig ein gegenteiliges Bild.
Die Mehrheit der Befragten geht in dieser Studie erstmalig davon aus, dass es den Deutschen ohne die Einheitswährung Euro besser gehen würde als in der aktuellen Situation. Auch die Europäische Union als Staatengemeinschaft sowie ihre politischen Organe wurden in den Vorgängerstudien nie so schlecht bewertet wie in der aktuellen Situation. In anderen an der Studie beteiligten Nationen wie Polen und Frankreich wurden erkennbar positivere Ergebnisse in Bezug auf die Staatengemeinschaft deutlich.
Finanzielle Rolle Deutschlands wird mit Sorgen verfolgt
Vorrangig die Tatsache, dass Deutschland nicht nur in der aktuellen Eurokrise verstärkt als Nettozahler auftritt und immense, finanzielle Risiken für den deutschen Steuerzahler hiermit einhergehen, ist eines der führenden Gegenargumente in der deutschen Wahrnehmung gegen Europa. In den Ergebnissen spiegelt sich somit auch die Sorge über das aktuelle Krisenmanagement in der Eurozone wieder, nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung bringt den handelnden, politischen Autoritäten hierbei vollstes Vertrauen entgegen. Als positive Aspekte der Gemeinschaft werden weiterhin die Freizügigkeit für Reisende sowie die Stärkung der einheimischen Wirtschaft gesehen, die durch die ökonomische Gemeinschaft sämtlicher Staaten stetige Impulse erhält.