Nach einem aktuellen Plan des Bundeswirtschaftsministeriums soll ab dem kommenden Jahr der Zuschlag für Arzneimittel erhöht werden, deren Kosten von den Krankenversicherungen in Deutschland übernommen werden. Dies wäre die erste Erhöhung ihrer Art seit neun Jahren, zuletzt wurde 2004 der Festzuschlag angehoben.
Mit der aktuellen Änderung würde dieser Zuschlag von 8,10 auf 8,35 Euro steigen, wofür Vertreter der Apotheken in Deutschland das Konzept vernichtend kritisierten. Die Erhöhung um gerade einmal 25 Cent würde kaum die preislichen Entwicklungen widerspiegeln, die sich in fast einem Jahrzehnt in der Bundesrepublik ergeben hätten. Seitens der Apotheken wird sich für einen noch höheren Zuschlag stark gemacht, bevor der Vorschlag in seiner aktuellen Form ab 2013 Gesetz werden kann.
Neben Apotheken auch Krankenkassen kritisch
Sowohl Vertreter der gesetzlichen wie privaten Krankenversicherung in Deutschland sehen die angekündigte Erhöhung kritisch, nach ersten Schätzungen dürfte die zusätzliche Belastung der Versicherer auf knapp 200 Millionen Euro ansteigen. Seitens der Krankenkassen wurde zudem angemahnt, dass es kaum verlässliche Daten über die durchschnittlichen Betriebskosten und Umsätze der Apotheken in Deutschland gäbe, die eventuell eine Anhebung des Zuschlags begründen könnten. Auch die Verrechnung des Zuschlags dürfte weiterhin für Zündstoff sorgen, da der Arzneimittelzuschlag pro Rezept anteilig an die Krankenkassen zurückzuzahlen ist.
Ab dem kommenden Jahr sollen beide Seiten gemeinschaftlich einen entsprechenden Betrag aushandeln, friedliche Gespräche sind hierbei durch laufende juristische Verfahren zu diesem Sachverhalt kaum zu erwarten.