Auch wenn in Finanzkreisen die Fusion der US-amerikanischen sowie der deutschen Börse bereits als sicher galt, ist die milliardenschwere Zusammenführung beider Unternehmen nun doch durch die Intervention der Europäischen Union endgültig geplatzt.
Die EU-Kommission entschied am Mittwoch gegen die Pläne, die NYSE mit dem Unternehmen Deutsche Börse zusammenzulegen und sah weiterhin durch eine potenzielle Fusion eine erhebliche Einschränkung auf den funktionierenden Wettbewerb im weltweiten Finanzsektor. Die EU-Kommission machte bei ihrer Entscheidung deutlich, dass beide Unternehmen durchaus den Willen gezeigt hätten, auf politische Forderungen einzugehen, jedoch wägen die Zweifel eines sinkenden Wettbewerbs von zwei der aktuell wichtigsten, globalen Börsen zu schwer. Diese hätten sich nach einer erfolgreichen Fusion besser gegenüber der boomenden Finanzwirtschaft mit Schwerpunkt im asiatischen Raum behaupten können.
Neue Fusionspläne der deutschen Börse zunächst nicht zu erwarten
Von einem schwarzen Tag für die europäische und weltweite Finanzwirtschaft sprachen Vertreter des Unternehmens Deutsche Börse, die der EU-Kommission vorwarfen, realitätsfremde Kriterien für die Definition des Finanzmarktes anzulegen. Da bereits in den letzten Jahren erfolglose Bemühungen unternommen wurden, die Deutsche Börse mit anderen Finanzplätzen zu fusionieren, wird sich das Unternehmen in den folgenden Jahren wohl weiterhin als Einzelunternehmen durch die turbulenten Zeiten der Finanzkrisen kämpfen müssen.
Einzelne Experten fürchten nach der gescheiterten Fusion bereits den Ausverkauf des Handelsplatzes Europa, der nicht nur durch die aktuelle Eurokrise eine erhebliche Schwächung gegenüber den Handelsplätzen anderer Kontinente hinzunehmen hat.