Laut einer Studie von Rechtsforscher Thomas Meysen (Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht) werden die fehlenden Kita-Plätze Mitte 2013 zu einer Klagewelle mit Schadenersatzansprüchen führen. Ab nächstem Jahr haben die Eltern von Kindern unter drei Jahren das Recht auf einen Kita-Platz - bisher fehlen noch schätzungsweise 260.000 Betreuungsplätze.
Ab Mitte 2013, konkreter dem 1. August, gilt ein „individueller Rechtsanspruch“ auf einen Kita-Platz für Kinder jünger als drei Jahre. Da Experten nicht damit rechnen, dass genügend Betreuungsplätze geschaffen werden können, geht die Studie von Meysen von einer Klagewelle mit massiven Schadenersatzforderungen aus. Nach gegenwärtigem Stand bestehe die Gefahr, dass im August 2013 nicht jedes Kind einen Betreuungsplatz erhalten werde.
Bundesregierung sucht Auswege
Die Bundesregierung setzt unterdessen auf einen Zehn-Punkte-Plan, der am Mittwoch auf der Sitzung des Bundeskabinetts zum Thema Kinderbetreuung diskutiert werden soll. Weiterhin steht eine Einigung zum umstrittenen Betreuungsgeld auf der Tagesordnung. Insgesamt fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusätzliche finanzielle Mittel für den schnelleren Ausbau von Betreuungsplätzen, weiterhin soll der Beruf der Tagesmutter attraktiver werden.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass etwa 39 Prozent der Eltern das Angebot nutzen werden - in Großstädten würde der Anteil deutlich höher liegen. Laut Bundesfamilienministerium fehlen derzeit 130.000 Betreuungsplätze, das Deutsche Jugendinstitut geht jedoch von rund 260.000 fehlenden Kita-Plätzen aus.