Nach einer EU-Verordnung sollen an den europäischen Flughäfen bereits ab Ende April 2013 alle Flüssigkeiten maschinell kontrolliert werden. Damit würde die Obergrenze an Flüssigkeiten für die Passagiere entfallen. Kritisiert wird vor allem die Umlegung der Investitionen auf die Verbraucher und eine deutlich längere Wartezeit bei der Passagier-Abfertigung.
Cremes, Kosmetika und Getränke im Wert von zwölf Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr allein in Großbritannien wegen der Flüssigkeitsobergrenze entsorgt. Die EU setzt daher auf Flüssigkeitsscanner, die gefährliche Substanzen identifizieren können. Bereits ab dem 29. April 2013 soll diese Verordnung umgesetzt werden. Problematisch werde sich vor allem die Wartezeit bei der Abfertigung entwickeln, sagte Holger Kraft, Bereichsleiter für Sicherheit des Flughafenverbandes ADV. Er geht davon aus, dass nur noch ein Drittel bis die Hälfte der Passagiere die neuen Anlagen pro Stunde passieren können.
Mehrkosten sorgen für Preisanstieg
Die Kosten für die neuen Geräte betragen pro Stück zwischen 60.000 und 220.000 Euro, zusätzlich müssen neue Mitarbeiter eingestellt und geschult werden. Die Hersteller der Scanner sehen im nächsten Jahr ein lukratives Geschäft, denn rund 450 Flughäfen innerhalb der EU müssen mit den neuen Geräten ausgestattet werden. Befürchtet wird, dass die Mehrkosten vor allem auf die Passagiere umgelegt werden. Die Folge wäre neben chaotischen Zuständen bei der Passagier-Abfertigung eine zusätzliche finanzielle Belastung Flugreisender.