Auch wenn der Geschäftsklimaindex seit Monaten eine leichte Abschwächung der Konjunktur in Deutschland andeutet, scheint der Industriesektor aktuell noch nicht hiervon betroffen zu sein. Bei der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen für den abgelaufenen Monat Juli hat sich für die Branche ein Umsatzplus ergeben, das in dieser Höhe seit einem Jahr nicht mehr erzielt wurde.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes fand ein Anstieg um 1,9 Prozent gegenüber dem Juni statt, zur Überraschung mancher sorgt dabei vor allem die binnenländische Nachfrage für eine erhebliche Stütze der deutschen Industrie. Trotz Euro- und Schuldenkrise konnte in Geschäften mit Staaten der Eurozone weiterhin ein geringes Umsatzplus von 0,4 Prozent erzielt werden, die Geschäfte im Inland sowie im Nicht-EU-Ausland zogen jeweils um mehr als zwei Prozent an.
Weniger gute Aussichten im Handwerk
Anders als in der Industrie veröffentlichte das Statistische Bundesamt für das Handwerk in Deutschland eher mäßige Zahlen. Umsatzeinbußen von mehr als drei Prozent mussten im zweiten Halbjahr 2012 gegenüber dem ersten Halbjahr hingenommen werden, da hier bereits blendende Werte vorlagen, war ein Rückgang allerdings erwartet worden. Vom Rückgang der Umsätze betroffen sind vor allem Handwerker im KFZ-Bereich sowie in der Baubranche, viele weitere klassische Handwerkszweige verzeichneten jedoch in gleicher Weise einen leichten Umsatzrückgang.
Die Arbeitsmarktlage ist hingegen stabil geblieben, gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr kam es 2012 sogar zu einer geringfügig größeren Zahl an handwerklich Beschäftigten.