Nach aktuellen Schätzungen der Wirtschaftsweisen dürfte dem Staat im laufenden Jahr 2012 eine Summe von mehr als 60 Milliarden Euro durch Schwarzarbeit entgehen. Die Zahl fasst sowohl die steuerlichen Ausfälle für professionelle Tätigkeiten ebenso wie die Sozialabgaben zusammen, die eigentlich für entsprechende Arbeiten anfallen würden. Ein geschätzter Anteil von 15 Milliarden Euro hiervon dürfte im Inland erzieltes Einkommen betreffen, das jedoch nicht beim Fiskus angegeben und stattdessen ins Ausland abgeführt wird.
Das wirtschaftliche Wachstum, das mit diesen am Fiskus vorbeigeführten Einnahmen erzielt werden könnte, ist erheblich und dürfte nach seriösen Schätzungen 3,75 Prozent betragen. Zusammen mit den tatsächlich prognostizierten Wachstumswerten in der Bundesrepublik käme es so zu einer ansprechenderen Aussicht im Wirtschaftswachstum des Landes.
Unversteuertes Vermögen auch international ein Problem
Nicht alleine in Deutschland ist das Thema Schwarzarbeit oder ins Ausland abgeführtes, unversteuertes Vermögen ein Problem. Das international agierende Netzwerk für Steuergerechtigkeit mit Sitz in den USA geht für das Jahr 2010 von Finanzvermögen im Wert von mehr als 17 Billionen Euro aus, das von den Reichsten der Reichen in den Steueroasen dieser Welt untergebracht wurde. Andere Schätzungen, die zusätzliche und bereits hinterlegte Vermögenswerte mit einbeziehen, gehen von einem Betrag jenseits der 30-Billionen-Grenze aus. Diese Summen übersteigen nicht nur die Wirtschaftskraft der beiden weltweit stärksten Ökonomien in den USA und Japan. Auch könnte der Fiskus hiervon global einen höheren, dreistelligen Milliardenbetrag als Steuern einziehen.