Mit dem Thema demografischer Wandel werden Sie seit einigen Jahren immer häufiger konfrontiert.
Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor großen Herausforderungen. Dies gilt insbesondere für die Sozialsysteme und die privaten Krankenversicherungen. In allen gesellschaftlichen Bereichen steigen die Kosten über das Maß ihrer eigentlichen Finanzierbarkeit. Die Erhöhungen der Versicherungsbeiträge treffen in erster Linie die langjährig privat versicherten Bürger in einem höheren Alter. Damit hat der demografische Wandel die privaten Versicherer unmittelbar erreicht. Private Krankenkassen werden, um die Folgen des demografischen Wandels in den Griff zu bekommen, nicht darauf verzichten können, die Qualität und die maximal hinnehmbaren Preise ärztlicher Leistungen auszuhandeln, wie es die gesetzlichen Krankenversicherungen mittlerweile tun. Die private Krankenversicherung kann ihrem vertraglichen Leistungsversprechen nur gerecht werden, wenn die Leistungen auch zukünftig von den Versicherten bezahlbar sind.
Der Staat nimmt die privaten Krankenversicherer seit der Gesundheitsreform von 2007 zusätzlich verstärkt in die Pflicht. Der seit 2009 gesetzlich vorgeschriebene Basistarif verpflichtet die gesamte private Krankenversicherungsbranche zur Aufnahme von ehemaligen privaten Versicherten, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert werden können.
Gleichzeitig ist der Basistarif für finanzschwache Mitglieder jener Tarif, den sie bei Fortbestand ihrer Mitgliedschaft in der privaten Versicherung notfalls bis zum Tod bezahlen werden.
Die möglichen Leistungen entsprechen denen der gesetzlichen Standards.
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Mittlerweile können Sie in den Veröffentlichungen einiger privater Krankenkassen auch nachlesen, dass es Probleme bei den Kosten gibt.
Die Eigenwerbung der meisten Unternehmen vermeidet allerdings das klare Ansprechen des Problems. Noch werden private Versicherer als gesunde Unternehmen bezeichnet, die im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen noch kostendeckend und mit Gewinn arbeiten. Dies stimmt im Prinzip auch, denn die demografische Entwicklung wirkt sich nicht in gleicher Weise wie in der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Ältere Versicherte müssen einen Versicherungsbeitrag bezahlen, der ihren Krankenleistungen entspricht.
Wer mehr Leistungen in Anspruch nimmt, muss aufgrund von Beitragsanpassungen in seiner Altersgruppe später mehr bezahlen. Während sich die allgemeine demografische Entwicklung mit ihren Auswirkungen langsam zeigt, sind es vor allem die Kosten für Gesundheit, die in starkem Maße ansteigen.
Obwohl die privaten Versicherungsunternehmen Rückstellungen für ihre Versicherten bilden (müssen), können die steigenden Kosten nur zum Teil abgedeckt werden. Zum einen ist es der medizinische Fortschritt, der diese Kosten für teure Therapien, Arzneien und Heilmittel hervorbringt. Zu einem nicht geringen Teil resultieren die Kostensteigerungen jedoch aus den Gebührenforderungen der Ärzte.
Mediziner können bei einem Privatpatienten nicht nur überflüssige Untersuchungen und Labortests vornehmen, sondern diese auch ohne Probleme abrechnen. Für sie ist das eine gute Möglichkeit, die Gewinnverluste aus der Behandlung der Kassenpatienten auszugleichen.